Die anderen Leute – und das Festival

Die Welt, der man entkommen möchte, zeigt sich auf der Anreise noch einmal von ihrer „besten“ Seite: in der Provinz – Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe – sind es braune, gelbe und vor allem schwarze Menschen, die zuallererst und grundsätzlich verdächtig sind. Hier nimmt die Polizei offensichtlich noch an, das sich Unbill, Gewaltbereitschaft oder Terrorismus-Verherrlichung ganz offen in Form von sogenannten „Migranten“ zeigt. Und so wird hier gezielt jeder, er nicht rein germanisch aussieht, angehalten und nach Reiseziel, Herkunft und Ausweis gefragt.

Unter den Augen der Wartenden werden dann natürlich auch auf dem Bahnsteig die drei Reisenden mit schwarzer Hautfarbe ins Verhör genommen. Eine kleine alte Rentnerin versucht mit den Polizisten Blickkontakt aufzunehmen, macht hecktisch verstohlene Handbewegungen. Die Handtasche baumelt auffällig, die knöchernde Hand schießt vor und zurück: ja, da steht noch einer, eine junger Schwarzer, unaufgeregt telefonierend am Bahnsteigrand, ohne jeden Fluchtreflex, aber natürlich verdächtig.

Da ist sie wieder, die alte Republik, die weiterlebt, bis sie eines Tages ausgestorben und von den anderen, flexiblen, lauten, lachenden, kinderreichen und auf jeden Fall „bunten“ Gesellen übernommen sein wird.

Bis dahin treten wir jedes Jahr die Flucht an in das kleine Paradies am Herzberg: wildes, improvisiertes Camping auf der Pferdeweide mit der richtigen Musik von Mittag bis zum Morgengrauen und so vielen bunten Menschen, das die anderen hier nicht weiter auffallen…

 

 

Hier gibt es mehr Bilder vom Burg-Herzberg Festival!

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