P | Archaische Feuer

Die Spätsommer- oder Frühherbstsonne macht das Wochenende ergiebig für alle. Besonders die Freunde der traditionellen Outdoor-Kultur, die weder mit der Tatze was anfangen können, noch aus reiner Egomanie über den Globe trotten, treibt es ja bei jedem Wetter hinaus auf die Wiese. Und das sie dabei nicht zimperlich sind, das kann man hier sehr schön erkennen: kein romantischer Frühnebel, kein Morgentau und auch keine Nebelmaschine, sondern so an die 50 Grillfeuer, die offensichtlich alle sehr zeitnah entfacht worden sind, zaubern diesen bezaubernden Effekt zwischen die Bäume.

Ich muss zugeben, das ich als praktizierender Halb-Vegetarier schon von je her mit dem Grillen nicht besonders viel anfangen konnte. Gänzlich rätselhaft bleibt mir aber der Trend, auf Outdoor-Küchenblöcken, die an mit Alufolie umwickelte Ikea-Küchenwagen erinnern, die Fleischbatzen auf silbernen Grillpfannen zu erhitzen – das könnte man ja nun auch in einer schönen Stahlpfanne ganz kontrolliert abwickeln.

Aber wenn schon grillen, dann doch eher in der archaischen Variante des offenen Feuers, wie es von unseren anatolischen Nachbarn vermutlich aus Tradition gerne praktiziert wird. Meine unmittelbaren Beobachtungen zeigen aber, das auch hier eher unausgebildeter Nachwuchs am Werk ist – nach einem kleinen Rundgang im Görlitzer Park befürchte ich jedenfalls, das unser Gesundheitswesen die Folgen der vielen schwarz versengten Hähnchenkeulen noch zu spüren bekommen wird.

Grillwiese in Berlin
Archaische Feuer

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